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Die Lokalbahn           
Komödie in drei Akten von Ludwig Thoma

 

Zum Stück

Die geplante Bahnlinie der Kleinstadt Dornstein soll auf Wunsch der Regierung an der Ziegelei eines reichen Barons vorbeiführen, so dass der Bahnhof weit vor der Stadt läge und auch der Garten des Bierbrauers Schweigel zerstört würde. Friedrich Rehbein, der Bürgermeister, spricht beim Minister vor, um ihn umzustimmen, und erzählt nach der Rückkehr, wie energisch, wenn auch erfolglos, er ihm seine Meinung gesagt habe. Das Gemeindekollegium beglückwünscht ihn dazu und lässt ihm durch die Liedertafel ein Ehrenständchen bringen. Aber am anderen Morgen, als der Redakteur Heitzinger im Lokalblatt das mutige Auftreten Rehbeins ausführlich darstellt, hat die Stimmung umgeschlagen. Der Amtsrichter Dr. Behringer löst die Verlobung mit Rehbeins Tochter Suschen, weil er fürchtet, Rehbeins vergeblicher Protest könnte ihm schaden; ebenso denken zahlreiche Handwerker und Kaufleute der Stadt und verlangen von Rehbein öffentliches Einlenken. Dieser gesteht nun seinem Bruder Karl, einem Major a.D. und Junggesellen, er habe sich vom Minister überrumpeln und zur Tür hinauskomplimentieren lassen und dann in einer Mischung aus Wut und Wunschdenken den temperamentvollen Auftritt erfunden. Frau Rehbein informiert den ängstlichen Behringer über diese Wendung, der daraufhin zu Suschen zurückkehrt; gegenüber dem Gemeindekollegium aber gibt , Rehbein vor, am nächsten Tag durch eine Entschuldigung beim Minister das gute Verhältnis wiederherstellen zu wollen. Der aktuelle Anlass der Komödie, mit der Thoma nach dem Erfolg des Einakters Die Medaille (1901) das norddeutsche Publikum gewinnen wollte, war der Bau der Sekundärbahn (d.h. der eingleisigen Nebenbahn) von Dachau nach Altomünster, zwei Orten, in denen Thoma von 1894 bis 1897 als Rechtspraktikant und Anwalt gearbeitet hatte, so dass er den Streitfall und das Milieu der Kleinstadt aus eigener Erfahrung kannte. Friedrich Rehbein ist eine Figur in der Tradition des Prahlhans, dessen vollmundige Selbstdarstellung entlarvt wird; sein Gegenspieler ist der Major, der bürgerlich-demokratisches Selbstbewusstsein ernsthaft und vernünftig ausspricht, während es den anderen nur als Phrase dient. Am Ende des zweiten Akts wird in mehrfacher Hinsicht die Wahrheit offenbar: Es stellt sich heraus, wie die Szene beim Minister tatsächlich verlaufen ist; ebenso deutlich wird der bisher verborgene skrupellose Charakter des künftigen Schwiegersohnes, und es zeigt sich schließlich die wahre Neigung der Dornsteiner, ihr eigenes politisches Urteil zugunsten materieller Vorteile zu unterdrücken. Die Verfechter des Obrigkeitsstaates - Pfarrer und Amtsrichter - greifen ihrerseits zu Sanktionen und zwingen die Bürger, die wahren Machtstrukturen anzuerkennen; der Bierbrauer Schweigel fasst zusammen: »Mir sehg'n recht guat, dass im Staat vieles zum verbessern waar - aber mir Dornstoana alloa reißen des aa nimmer raus.« Das erneute Ständchen am Ende des Stücks mit dem Lied »Still ruht der See« besiegelt den Rückzug der »treuen Untertanen« (wie der erleichterte Rehbein sagt), die so den autoritären Staat stabilisieren.


Personen und ihre Darsteller

Friedrich Rehbein, rechtskundiger Bürgermeister Dornsteins

Thomas Hampel

Anna Rehbein, seine Frau Brigitta Stadler
Susanna, beider TochterUrsula Geier
Karl Rehbein, Major a.D., Bruder des Bürgermeisters Klaus Götz
Frieda Pilgermaier, Schwester der Bürgermeisterin Hilde Zehetbauer
Dr. Adolf Behringer, Amtsrichter, Bräutigam SusannasThomas Langsch
Josef Schweigel, BrauereibesitzerGerhard Liebl
Franz Stelzer, KaufmannRichard Reger
Anton Hartl, approbierter BaderThomas Langsch
Mathias Kiermayer, SchreinermeisterManfred Zehetbauer
Xaver Gruber, SchlossermeisterBernd Wüster
Peter Heitzinger, Redakteur des Dornsteiner Wochenblattes Walter Niedhammer
Alois Gschwendtner, BuchbindermeisterSimon Zeitler
Jakob Lindlacher, DrechslermeisterUlli Krämer
Marie, Dienstmädchen bei RehbeinFranziska Neubauer
Die Mitglieder der LiedertafelKlaus Bichlmayer, Hans Frischholz,
Toni Stadler, Bernd Wüster, Simon Zeitler
Die FeuerwehrblaskapelleMitglieder der Bigband
Munich Swing Junction
  
AusstattungElisabeth Machwirth, Erni Müller
KostümeErni Müller, Hedwig Lahmer
Maske und RequisitenErni Müller
BühnenbauRichard Reger
SouffleuseLuise Linke
Regieassistenz und InspizienzAngela Bilzer
Regie und GesamtleitungHermann Müller

  

 

 

 

 

  

 

 

 

 

  

 

 

 

 

  

 

 

 

 

  

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 


 

 

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