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Handlung

Dem nicht mehr ganz jungen Rechtsanwalt Hans Stein wird vom Heiratsvermittler Weber unaufgefordert eine Witwe angepriesen und zum Zwecke der Inaugenscheinnahme in seine Kanzlei geschickt, wo sie sich unter dem Vorwand, in einer Erbschaftsangelegenheit juristischen Rat zu suchen, zu erkennen geben soll. Dummerweise gerät Gabriele Warmbüchler - so heißt die Witwe - an den Kanzleidiener Singer, den sie für den Rechtsanwalt Hans Stein hält. Singer wittert sofort einen riesigen Erbschaftsprozess bei der vermeintlichen Klientin. Nach anfänglichen Irritationen erwärmt sich die Witwe allmächlich für ihren vermeintlichen Zukünftigen, dessen befremdendes Insistieren auf einen Erbschaftsprozess sie für eine berufsbedingte Marotte eines Juristen hält. Als sie aber schließlich dem verdutzten Kanzleidiener sagen muss, dass sie gar keinen Erbschaftsprozess hat, wird dieser grob und wirft sie hinaus.

Zufällig sucht zur gleichen Zeit eine andere Witwe - Gisela Werneck - wegen eines tatsächlichen Erbstreits auf Empfehlung von Fritz Holzwarth, eines Studienfreundes von Hans, dess Kanzlei auf, um ihn als Rechtsanwalt zu engagieren. Sie gerät an Hans. Beide finden sich auf Anhieb sehr sympathisch, doch als sie von ihrer Erbschaftsangelegenheit zu erzählen beginnt, glaubt Hans, die vom Heiratsvermittler avisierte Witwe vor sich zu haben und ist augenblicklich sehr zugeknöpft und weigert sich, sich mit der Angelegenheit weiter zu befassen. Irritiert und enttäuscht verlässt Gisela Werneck die Kanzlei.

Der Heiratsvermittler Weber erscheint und wirft Hans Stein vor, 'seine' Witwe aufs gröbste beleidigt zu haben. Hans ist sich natürlich keiner Schuld bewusst und weist den Vorwurf weit von sich. Sein Studienfreund Holzwarth besucht ihn und erzählt ihm, dass er einer befreundeten Witwe Hans als Rechtsbeistand empfohlen hat. Die Lage wird vollends undurchschaubar, als Kanzleidiener Singer im Namen von Hans, aber ohne dessen Wissen, einen recht groben Brief im Auftrag Arthur Bornstedts verfasst. Er ist der Neffe von Gisela Werneck, die mit ihm einen wirklichen Erbstreit hat, was dazu führt, dass diese Hans nun wirklich zürnt und sich von ihm in höchstem Maße beleidigt fühlt.

Als schließlich Heiratsvermittler Weber mit seiner Witwe Warmbüchler nochmals auftaucht, löst sich der erste Teil des Verwirrspiels, das Problem mit der anderen Witwe wird von Hans' Studienfreund Fritz zu einem guten Ende gebracht.


Zum Autor

Der am 21. Januar 1867 geborene Ludwig Thoma wächst im abgelegenen Forsthaus Vorderriss an der Tiroler Grenze auf. Als er sechs Jahr alt ist, übersiedelt die Familie nach Forstenried bei München. Nach seiner Schulzeit, die er an verschiedenen Orten verbringt, wendet er sich nach zwei Semestern Forstwirtschaft dem juristischen Studium zu. 1890 macht er sein Examen in Erlangen und verlässt als Dr. jur. die dortige Universität. 1894 eröffnet er eine Anwaltskanzlei in Dachau. Seine ehemalige Kinderfrau Viktoria Pröbstl aus dem Forsthaus Vorderriss führt ihm den Haushalt. Die in Dachau gemachten Erfahrungen und Erlebnisse mit der bäuerlichen Bevölkerung schildert er in seinem ersten Buch "Agricola", das sein erster großer Erfolg wird.

1897 verlegt er seine Kanzlei nach München. Er verkauft sie jedoch bald und wird nun fester Mitarbeiter bei der satirischen Monatsschrift "Simplicissimus", deren Stil er entscheidend prägt. 1899 folgt sein erstes Bühnenstück, die "Witwen". Es ist sehr stark autobiografisch angelegt, was den Schauplatz, nämlich seine Kanzlei in Dachau und seine Haushälterin betrifft. Den Auftritt des bäuerlichen Urgesteins Hofbauer, der sicher zum großen Teil authentisch ist, hat er fast wörtlich aus seinem "Agricola" entnommen.

Thoma's Erstlingsbühnenwerk hat keinen Erfolg. Es wird vom Regisseur Savits vom Münchener Hoftheater erst gar nicht zur Aufführung angenommen, eine herbe Enttäuschung für Thoma, aber keine Entmutigung, wie der durchschlagende Erfolg seiner nächsten Stücke beweist: "Die Medaille", "Die Lokalbahn", "Erster Klasse", "Magdalena" und weitere.

Wir haben das Originalbühnenwerk gestrafft und überarbeitet. Herausgekommen ist ein überaus packendes Lustspiel mit viel Wortwitz und Humor. Die Handlung ist sehr kompakt und schnell geworden, dass sie sich bisweilen gar zu überschlagen droht.

Hermann Müller


Personen und ihre Darsteller

 Hans Stein, Rechtsanwalt 

 Klaus Götz

 Gertraud, seine Haushälterin

 Brigitta Stadler

 Jakob Singer, sein Buchhalter

 Richard Reger

 Fritz Holzwarth, Arzt

 Florian Peez

 Gisela Werneck, Witwe

 Carolin Zegetbauer

 Gabriele Warmbüchler, Witwe

 Ursula Geier

 Arthur Bornstedt, alter Student

 Florian Liebl

 Johann Baptist Weber, Agent

 Uli Krämer

 Der Hofbauer

 Manfred Zehetbauer

 

 

 Inspizient und Technik

 Charly Reber

 Souffleuse

 Theresa Reber

 Kostüme

 Ruth Reber, Hedwig Lahmer, Erni Müller

 Ausstattung, Maske und Requisite

 Ruth Reber, Erni Müller

 Bühnenbau

 Richard Reger, Elisabeth Machwirth

 Regieassistenz

 Walter Niedhammer

 Regie und Gesamtleitung

 Hermann Müller

 


 

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