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Im Rahmen der 1000-Jahr-Feier Aubings greift dieses Stück eine Geschichte auf, die sich zu einem großen Teil in Aubing tatsächlich abgespielt hat. Es handelt vom Leben und Wirken eines Mannes, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Namen Aubings in aller Welt bekannt gemacht hat: Franz Seraph Tausend. Den zugegeben etwas zweifelhaften Ruhm hat er sich durch seine Behauptung erworben, Gold in großem Maßstab aus billigem Blei herstellen zu können, was er in vielen Vorführungen in ganz Deutschland vor unzähligen Zuschauern zu beweisen suchte. Dabei ging er so geschickt und raffiniert vor, dass der größte Teil seines Publikums ihm glaubte und große Beträge in seine Studiengesellschaft investierte, die er aber überwiegend in seine Tasche fließen ließ.

Aus einfachen Verhältnissen stammend, kam er 1893 als Siebenjähriger mit seinen Eltern und fünf Geschwistern von Krumbach nach Aubing, wo sein Vater Athanasius Tausend eine Spenglerei eröffnete, sich aber bald mehr und mehr auf die Sympathiemedizin verlegte. Der junge Franz Tausend ist ein aufgewecktes Bürschchen, dessen Begabung sein Vater bald erkennt und fördert. Eine Ausbildung zum Lehrer scheitert, und auch die Ausbildung zum Unteroffizier führt Tausend nicht zu Ende. Hier zeigt sich schon sein unsteter Geist, der sich zwar für vieles interessiert, aber nicht die Energie aufbringt, es sich auch anzueignen. So zieht er ziellos durch Deutschland und das angrenzende Ausland, verdingt sich als Lehrer in Zürich, als Musikinstrumentenverkäufer in Straßburg und entdeckt schließlich seine große Leidenschaft, die Chemie. In Hamburg arbeitet er als Chemielaborant und in der Folgezeit in mehreren anderen Chemiebetrieben.

Den ersten Weltkrieg verbringt er in der Etappe. In der Nachkriegszeit legen er und seine Frau als Mitarbeiter der militärischen Abwicklungsstelle den Grundstein für ihren späteren Reichtum. Er erwirbt sein erstes Schloss, sie eine Villa in München, wo er sich ein chemisches Laboratorium einrichtet, unermüdlich experimentiert und eine Erfindung nach der anderen macht. Leider taugen sie alle nichts. Da er von chemischen Formeln nichts versteht, bastelt er sich sein eigenes Chemie-Weltbild. Darin kommt auch ein Periodensystem der chemischen Elemente vor, in dem diese willkürlich nach den Regeln der musikalischen Tonleiter und dem Quintenzirkel angeordnet sind. Auch die zufällige Entdeckung, dass im handelsüblichen Blei noch ein Rest Gold steckt, fällt in diese Zeit. Doch Tausend ist überzeugt, dass ihm eine Umwandlung von Blei in Gold gelungen ist und er baut das Verfahren aus.

Über eine Zeitungsannonce kommt er mit einem Investor ins Geschäft, der dem nationalistisch-konservativen Kreis um General Ludendorff angehört. Dort wittert man die Gelegenheit, durch Tausends Golderzeugung aus Blei die Schmach des Versailler Vertrags zu tilgen, der Deutschland zu Reparationszahlungen von über hundert Milliarden Goldmark verpflichtet, zumal Tausend den Wunsch geäußert hat, selbstlos sein Verfahren zum Wohle des Vaterlandes zur Verfügung zu stellen. Ludendorff höchstpersönlich lässt sich im Aubinger Laboratorium mit anderen hochgestellten Persönlichkeiten von Tausend die Golderzeugung vorführen und gründet schließlich mit Tausend eine Vermögensgesellschaft. Tausend fällt die Rolle zu, nationalistischkonservativ gesinnte Anleger durch die Vorführung von Goldmacherexperimenten, bei denen er natürlich den Ausgangsmaterialien Gold zusetzt, zu ködern. Mit dem eingezahlten Geld soll das Tausendsche Verfahren für die Großproduktion von Gold gefördert werden, doch Ludendorff leitet die Gelder in nationalistische Kanäle um. Tausend erhält einen vergleichsweise bescheidenen Anteil an den eingezahlten Beträgen.

Ludendorff ist es auch, der Tausend ein ganzes Heer von Aufpassern und Mitarbeitern aus dem politisch rechten Spektrum zur Seite stellt. Es wird auch daran gedacht, die Tausendschen Laboratorien zur verbotenen Produktion von Giftgas zu nutzen, das man zu politischen Attentaten benötigt. Doch irgendwann wird Ludendorff der Boden zu heiß und er zieht sich aus der Gesellschaft zurück, die liquidiert wird, doch keiner der Anleger will sein Geld zurück, da es ja zur Unterstützung der nationalistisch-konservativen Sache an Ludendorff geflossen ist.

Das ist Tausends große Stunde: Er gründet nun seine eigene 'Studiengesellschaft' und nutzt seine große Bekanntheit, um an Investoren heranzukommen und dann auf eigene Rechnung Kasse zu machen. Doch die investieren nicht nur, wie bei der Ludendorffschen Gesellschaft, um die national-konservative Sache zu unterstützen, sondern auch um eine möglichst hohe Rendite für ihren Einsatz zu erzielen. Also behauptet Tausend, sein Verfahren bereits so weit verfeinert zu haben, dass die Tagesausbeute im Kilo-Bereich, ja demnächst sogar im Tonnen-Bereich liegen werde und er große Mengen des von ihm bereits hergestellten Goldes bei verschiedenen Banken deponiert habe. Er verspricht den Anlegern derart fantastische Renditen, dass es für diese kein Halten mehr gibt und sie ihm ihr Geld geradezu aufdrängen. Doch als der versprochene Goldsegen ausbleibt, flüchtet Tausend auf sein Schloss in Paschbach bei Bozen, wird dort verhaftet und in München 1931 zu einer Strafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Der Schaden, den er verursacht hat, geht in die Millionen.

Im Theaterstück werden einzelne markante Stationen aus dem Leben des Aubinger Goldmachers dargestellt. Denn zunächst waren die Aubinger stolz, dass ein so bekannter und gefragter Mann mitten unter ihnen wohnte, und jedermann war davon überzeugt, dass der Tausend Franzl wirklich das Goldmachen beherrsche. Das Aufsehen, das der Prozess erregte, war denn auch so außerordentlich, dass die Schlange der Schaulustigen, die der Verhandlung beiwohnen wollten, vom Haupteingang des Justizpalastes in der Elisenstrasse bis zum Stachus reichte, und die internationale Presse täglich vom Prozessverlauf berichtete.

 


Die Personen und ihre Darsteller

Franz Tausend, Goldmacher

Klaus Götz

Therese, seine Frau

Ursula Geier

Athanasius Tausend, sein Vater, ein Wunderheiler

Bernd Wüster

Schauerbäuerin in Aubing

Brigitta Stadler

Schauerbauer in Aubing

Manfred Zehetbauer

Erich Ludendorf, Generalquartiermeister a.D.

Thomas Hampel

Rudolf Rienhardt, Referendar und Geldgeber

Florian Peez

Franz v. Rebay, General a.D.

Joseph Burghart

Alfred Mannesmann, Industrieller und Geldgeber

Richard Reger

Fritz Meinhold, Fabrikant und Spekulant

Florian Liebl

Herbert Meinhold, dessen Bruder

Timmy Ney

Dora Meinhold, deren Mutter

Marita Martin

Dr. Becker, Notar

Toni Stadler

Dr. Josef Ritz, Rechtsanwalt aus Bozen

Walter Niedhammer

Josef Stör, Schmied in Aubing, Nachbar Tausends

Uli Krämer

Sangesbruder vom MGV 'Germania' in Aubing

Gustav Peez

Nachbarin

Hilde Zehetbauer

Diener bei den Meinholds

Klaus Bichlmayer

Dienstmädchen bei den Tausends

Johanna Geierhos

Sprecher der Zwischentexte

Gustav Martin

 

 

BühnenbildHermann Müller 

Ausstattung, Maske und Requisite

Ruth Reber, Erni Müller

Bühnenbau

Richard Reger, Elisabeth Machwirth

Kostüme

Ruth Reber, Hedwig Lahmer

Inspizient und Technik

Charly Reber

Regie und Gesamtleitung

Hermann Müller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

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