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Zum Stück

Den Einakter 'Die Medaille' schrieb Ludwig Thoma im Jahre 1901. Das Stück beschreibt auf äußerst subtile Weise das Geflecht gesellschaftlicher Abhängigkeiten in einer Kleinstadt - alles deutet auf Dachau hin.

Da ist der Bezirksamtmann, der sein Renommee und seine Beliebtheit bei seinem Vorgesetzten und bei der Bevölkerung aufpolieren möchte, indem er just an dem Tag, für den der Regierungsdirektor seinen Besuch angesagt hat, für seinen Amtsdiener, der für seine fünfzigjährige Amtszugehörigkeit den obligaten königlichen Verdienstorden bekommen hat, ein Festbankett gibt und dazu politische Mandatsträger aus der Gegend einlädt.

Seine Frau allerdings ist wütend, weil sie es unter ihrer Standeswürde hält, mit dem Amtsdiener und dessen Frau zu dinieren und obendrein das Festmahr ausrichten zu müssen. Doch die geladenen Gäste - Bauern und der Lehrer - sehen das ganz anders. Sie freuen sich mit dem Jubilar und beglückwünschen ihn. Da die Ankuft des Regierungsdirektors auf sich warten lässt, beginnt das Mahl ohne ihn. Der Landtagsabgeordnete Lampl, im Zivilberuf Metzger und Viehhändler und vom Bezirksamtmann in devotester Weise hofiert, interessiert sich aber in erster Linie für ein Geschäft, das ihm kürzlich mit einem der anwesenden Bauern entgangen ist, und versucht den Handel noch einmal aufzurollen. Überhaupt zeigen sich die Gäste wenig beeindruckt vom angekündigten hohen Besuch und der Etikette bei Tisch. Sie benutzen vielmehr die Gelegenheit, über öffentliche Missstände herzuziehen, und lassen ihrem Unmut freien Lauf. Der Bezirksamtmann versucht in übereifriger Staatsbeamtenmanier, sekundiert von seinem Assessor, das Gespräch immer wieder nach seinen Intentionen zu steuern, hab aber damit recht wenig Erfolg, ja, er bewirkt damit sogar, dass zwei Bauern aneinander geraten, was schließlich zu einer handfesten Rauferei ausartet.

Als der Lehrer, der dem Alkohol überreichlich zugesprochen hat, eine sehr konfuse Rede hält, in der er unbeabsichtigt die Frau Bezirksamtmann beleidigt, springt diese auf und möchte mit dem Assessor das Zimmer verlassen, zumal am anderen Tischende die Handgreiflichkeiten bedrohliche Formen annehmen. Die Gäste mischen sich ein und trennen die Streithähne. Da erscheint der Regierungsdirektor und nimmt die verlegene Erklärung des Bezirksamtmanns für den Eklat erstaunt und indigniert zu Kenntnis.

Ludwig Thoma ist mit seinem unübertroffenen Gespür für die feinsten Nuancen der bäuerlichen Lebensart und dem Standesdünkel der Beamtenschaft seiner Zeit ein meisterhaftes Sittengemälde gelungen, das den Zuschauern sicher viel Spaß bereitet.


Der Autor

Der am 21. Januar 1867 geborene Ludwig Thoma wächst im abgelegenen Forsthaus Vorderriss an der Tiroler Grenze auf. Als er sechs Jahre alt ist, übersiedelt seine Familie nach Forstenried bei München. Nach seiner Schulzeit, die er an verschiedenen Orten verbringt, wendet er sich nach zwei Semestern Forstwirtschaft dem juristischen Studium zu. 1890 macht er sein Examen in Erlangen und verlässt als Dr. jur. die dortige Universität. 1894 eröffnet er eine Anwaltskanzlei in Dachau. Die dort gemachten Erfahrungen und Erlebnisse mit der bäuerlichen Bevölkerung schildert er in seinem ersten Buch 'Agricola', das sein erster großer Erfolg wird.

1897 verlegt er seine Kanzlei nach München. Er verkauft sie jedoch bald und wird nun fester Mitarbeiter der satirischen Monatsschrift 'Simplicissimus', deren Stil er entscheidend prägt. 1899 folgt sein erstes Bühnenstück, die 'Witwen'. Es ist stark autobiografisch angelegt, was den Schauplatz, nämlich seine Kanzlei in Dachau, und seine Haushälterin betrifft. Es hat allerdings keinen Erfolg. Umso mehr schlagen seine darauf folgenden Stücke ein: 'Die Medaille', 'Die Lokalbahn', 'Erster Klasse', 'Magdalena' und weitere.

Im ersten Weltkrieg ist er freiwilliger Krankenpfleger. Er lebt danach in München und Rottach-Egern und stirbt am 26. August 1921 in Rottach am Tegernsee.

Hermann Müller


Die Personen und ihre Darsteller

Steinbeißel, Regierungsdirektor

Walter Niedhammer

Heinrich Kranzeder , Kgl. Bezirksamtmann

Richard Reger

Amalie, seine Frau

Marita Martin

Karl von Hingerl, Assessor

Florian Liebl

Jakob Lampl, Metzgermeister u. Landtagsabgeordneter

Thomas Hampel

Josef Hahnrieder , Ökonom

Joseph Burghart

Michael Sedlmaier, Ökonom

Manfred Zehetbauer

Johann Grubhofer, Ökonom

Uli Krämer

Josef Merkl, Ökonom

Gustl Peez

Anton Häberlein, Lehrer

Florian Peez

Peter Neusigl, Bezirksamtsdiener

Bernd Wüster

Walburga Neusigl, seine Frau

Hilde Zehetbauer

Babette, Dienstmädchen bei Kranzeder

Ursula Geier

Anna, Dienstmädchen bei Kranzeder

Brigitta Stadler 
  

Bühnenbild

Hermann Müller

Ausstattung, Maske und Requisite

Ruth Reber, Erni Müller

Bühnenbau

Richard Reger, Elisabeth Machwirth

Kostüme

Ruth Reber, Hedwig Lahmer

Inspizient und Technik

Klaus Bichlmayer

Regie und Gesamtleitung

Hermann Müller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

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