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Zum Stück

Das etwa 1923 entstandene Stück spielt in einer deutschen Kleinstadt der zwanziger Jahre und zeigt zwei Tage aus dem Leben der Fabrikantenfamilie Fritzsche. Es ist eine turbulente und höchst amüsante Komödie, in der nur die Zuschauer jeweils genau im Bilde sind, während die Akteure auf der Bühne sich immer auf irgendeine Art im Irrtum befinden. Daraus ergeben sich haarsträubende Missverständnisse und absurde Situationen, bis sich schließlich buchstäblich in letzter Sekunde die Nebel lichten.

Angesiedelt ist das Stück in der sogenannten feinen und prüden Gesellschaft der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Der jugendlich Fehltritt des mittlerweile erfolgreichen Fabrikanten Gottlieb Fritzsche mit einer Tänzerin mit dem Künstlernamen "Die Brasilianische Rose" verfolgt diesen, und mit seinen ungeschickten Versuchen, diese Peinlichkeit vor seiner Frau geheim zu halten, erreicht er genau das Gegenteil. Das geheime Techtelmechtel seiner Tochter Gertrud mit Dr. Lauterbach, einem jungen Rechtsanwalt, trägt nicht gerade zum Familienfrieden bei, zumal Frau Fritzsche mittlerweile zielstrebig andere Pläne betreffend die standesgemäße Verheiratung ihrer Tochter verfolgt. Sie hat bei ihrem letzten Kuraufenthalt Annegret Giesecke, die Mutter eines schüchternen Jünglings, kennengelernt, und beide Mütter sind übereingekommen, ihre Kinder zu verheiraten.

Als dieser Jüngling, Hubert mit Namen, auftaucht und sich prompt in die falsche junge Dame, nämlich in Brigitte Rhode, die Cousine der Tochter des Hauses verliebt, ist das Durcheinander komplett. Der Herr Rechtsanwalt lässt sich von den Fritzsches nicht abwimmeln und, da er unversehens in den Besitz der brisanten Unterlagen über Fritzsches Jugendsünden gelangt ist, bringt er das Karussell der Verwirrungen zusätzlich kräftig in Schwung, indem er Frau Fritzsche verklausuliert vom Fehltritt ihres Mannes berichtet und Hubert Giesecke, den er für seinen Rivalen hält, zu einer aberwitzigen Handlung überreden, die Fritzsche davon überzeugen muss, dass er seinen unehelichen Sohn vor sich hat. Frau Fritzsche, die immer noch nicht weiß, wer der Vater des unehelichen Kindes ist, versucht dies hartnäckig aus Sensationslust herauszubekommen. Sie beauftrag ihren Schwager Reiter mit den Recherchen, der muss aber seinem Schwager Fritzsche kleinlaut eingestehen, dass er ebenfalls für dasselbe Kind Alimente an die Brasilianische Rose bezahlt.

Als nun auch noch Huberts Mutter Annegret Giesecke auf der Bildfläche erscheint, sehen die beiden vermeintlichen Väter bereits die Katastrophe über sich hereinbrechen, denn sie müssen nun die Aufdeckung ihres Geheimnisses befürchten, weil beide Frau Giesecke für die Brasilianische Rose halten. Sie versuchen deshalb, sie abzuwimmeln, was für zusätzliche Irritationen sorgt. Brigitte, die sich mittlerweile in Hubert verliebt hat, klärt diesen auf, dass nicht Herr Fritzsche, sondern Herr Rhode ihre Vater ist, bei dem er um ihre Hand anhalten muss. Hubert tut dies dann aber so ungeschickt und missverständlich, dass er von Fritzsche und Reiter hinausgeworfen wird. Schließlich klärt Herr Rhode Fritzsche und Reiter über die wahre Identität von Annegret und Hubert Giesecke auf, aber durch das tollpatschige Geplappere von Ludwig Brandlhofer, einem weitschichtigen Verwandten von Fritzsche, kommt es doch noch an den Tag, dass Fritzsche der vermeintliche Vater des unehelichen Kindes ist. Fritzsche gelingt es gerade noch rechtzeitig, seine Frau abzulenken, indem er den just in diesem Moment auftauchenden Rechtsanwalt als seinen Schwiegersohn akzeptiert.

Und so löst sich auf dem Höhepunkt dieses Durcheinanders von Verdächtigungen, Missverständnissen und behinderten Liebesbeziehungen das Ganze schließlich doch noch auf. Gertrud bekommt ihren Rechtsanwalt und Brigitte ihren Hubert.

Hermann Müller


Der Autor

Hinter dem Pseudonym Paul Bacher verbirgt sich ein brillantes und höchst erfolgreiches Autoren-Kollektiv, dessen Mitglieder Bühnenschauspieler, Theaterregisseure und Intendanten waren und das in den Jahren 1913 bis 1929 über 17 Komödien, Schwänke und Opern hervorbrachte, die teilweise noch heute zu den Klassikern des Boulevard-Theaters und dem Standard-Repertoire von Komödienhäusern zählen.

Die Autoren entwickelten ihre Stücke gemeinsam entweder in Garmisch oder am Starnberger See, wohin sie sich für wenige Wochen zurückzogen. Meist inszenierte auch einer von ihnen die Uraufführung der gemeinsamen Stücke, meistens am Münchner Volkstheater. Auch traten sie oft gemeinsam in ihren Stücken auf und trugen dadurch nicht selten zu deren legendären Ruf bei.

Den meisten Stücken von ihnen ist es gemeinsam, dass sie ein amouröses Abenteuer eines angesehenen Bürgers zum Anlass haben, das atemberaubende Verwicklungen nach sich zieht. Oft ist das Skandalöse dieser Verstrickungen für heutige Zeitgenossen nicht mehr so recht nachvollziehbar, vor allem, weil zur Zuspitzung der gesellschaftlichen Wirkung in den Stücken oft die Doppelmoral der Mitglieder von Sittlichkeitsvereinen und ähnliche Vereinigungen herhalten muss, über die wir heute nur lächeln können, die aber damals durchaus ihre heuchlerisches Unwesen trieben und breite Kreise der Bevölkerung in unerträglicher Weise bevormundeten.

 


Die Personen und ihre Darsteller

Gottlieb Fritzsche, Wirkwarenfabrikant

Thomas Hampel

Hilde Fritzsche, seine Frau

Marita Martin

Gertrud Fritzsche, deren Tochter

Franzi Holzapfel

Erwin Rhode, Schuhfabrikant, Hildes Bruder

Joseph Burghart

Brigitte Rhode, seine Tochter

Carolin Zehetbauer

Gerhard Reiter, Hildes Schwager

Klaus Götz

Dr. Gernot Lauterbach, Rechtsanwalt

Florian Peez

Ludwig Brandlhofer, Verwandter von Fritzsche

Bernd Wüster

Otto Giesecke, Studienrat

Richard Reger

Annegret Giesecke, dessen Frau

Brigitta Stadler

Hubert Giesecke, deren Sohn

Florian Liebl

Therese, Dienstmädchen bei Fritzsche

Ursula Geier

  
Souffleuse

Theresa Reber

Bühnenbild

Hermann Müller

Ausstattung, Maske und Requisite

Ruth Reber

Bühnenbau

Richard Reger, Ruth Reber

Kostüme

Ruth Reber, Hedwig Lahmer

Inspizient

Karl Reber

Regie und Gesamtleitung

Hermann Müller


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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