Startseite
Aktuelles
Wie alles begann ...
Historie
Kartenservice
Kontakt
Wir über uns
Links

 


Zum Stück

Das 1753 entstandene Stück mit dem ursprünglichen Titel „La Locandiera“ (Die Wirtin) handelt von einer selbstbewussten und hübschen Florentiner Wirtin, die aus gekränkter Ehre einen unerträglichen Frauenhasser zu einem unrettbar verliebten Gimpel macht.

Doch der Reihe nach: Mirandolina pariert die Avancen eines verarmten, aber um so angeberischen Marchese und eines unermesslich reichen Conte mit Esprit und Höflichkeit, lässt sich aber nicht darauf ein. Beide haben sich im Wirtshaus einquartiert, um Mirandolina nahe zu sein.

Ein Ritter, der sich ebenfalls bei ihr einquartiert hat, gibt sich als Frauenhasser zu erkennen. Er lacht die beiden adeligen Verehrer Mirandolinas wegen ihrer Schwachheit und ihres schlechten Geschmacks aus und brüstet sich, nie etwas mit Frauen zu tun haben zu wollen.

Als er sich einen herablassenden und unhöflichen Ton mit Miranolina herausnimmt, reift in ihr der Entschluss, diesen Ritter aus Rache zu verführen und in ihm die Liebe zu entfachen, gegen die er sich so sicher gefeit wähnt. Ihr ebenfalls in sie verliebter Hausdiener, den sie nach dem letzten Willen ihres verstorbenen Vaters heiraten soll, ist darüber außer sich vor Eifersucht, doch Mirandolina lässt sich dadurch bei dem Spiel, das sie vorhat, nicht beirren.

Mit viel weiblicher Tücke und Verstellungskunst gelingt es ihr, sich das Vertrauen des Ritters zu erschleichen. Langsam findet er Gefallen an ihrer Anwesenheit. Zunächst durchschaut er ihre Schmeicheleien, doch Mirandolina geht so geschickt zu Werke, dass er mehr und mehr Gefallen an ihr findet.

Als er ihr schließlich unrettbar verfallen ist, vollzieht sie ihre Rache an ihm, weil er sie und mit ihr dalle Frauen herabgewürdigt hat. Sie quält ihn dadurch, dass sie sein Liebenwerben zunehmend ignoriert und ihn damit fast zum Wahnsinn treibt.

Mirandolina hat nun ihr Ziel erreicht. Doch nun muss sie erkennen, dass sie sich dadurch in eine gefährliche Lage manövriert hat: Wie soll sie den Ritter, den sie ja nicht liebt, sich vom Leibe halten und ihn wieder loswerden?

Den beiden anderen adeligen Pensionsgästen ist es natürlich nicht verborgen geblieben, dass der Ritter bis über beide Ohren in Mirandolina verliebt ist. Das verdrießt den einen und er stellt den Ritter zur Rede, weil er glaubt, dass es dem Ritter entgegen seinen früheren Beteuerungen, nichts mit Frauen zu tun haben zu wollen, gelungen sei, ihm Mirandolina auszuspannen. Der Ritter sieht sich bloßgestellt. Er muss erkennen, von Miranolina, die vor den anderen ausdrücklich beteuert, ihn nicht zu lieben, betrogen worden zu sein. Er leugnet vehement, seinerseits in Mirandolina verliebt zu sein, und da man ihm nicht glaubt, bleibt ihm nichts anderes übrig, als schleunigst wütend und tief enttäuscht abzureisen.

Mirandolina aber zieht reumütig die Lehre aus dem glimpflich abgelaufenen Abenteuer und steuert geläutert den sicheren Hafen der Ehe an, so wie ihr Vater es gewünscht hat.


Der Autor

Carlo Goldoni wird am 25. Februar 1707 in Venedig geboren. Er erhält seine erste wissenschaftliche Bildung an jesuitischen und dominikanischen Kollegien in Perugia und Rimini, studiert dann in Venedig und Pavia Jura und Philosophie. Zunächst schlägt er eine Jura-Karriere ein: Er wird Sekretär des Vizekanzlers des Kriminalgerichts in Chioggia, dem er 1729 nach Feltre folgt. Währenddessen versucht er sich auf einem Liebhabertheater in der von ihm selbst zu Ausführung ohne Musik eingerichteten Oper „Pietro Metastasios Didone e Siroe“ als Schauspieler und verfasst zwei Lustspiele, die großen Beifall finden. Nachdem er 1731 in Padua promoviert hat, praktiziert er einige Zeit als Rechtsanwalt in Venedig.

Bald aber nötigt ihn eine unglückliche Liebschaft, Venedig Hals über Kopf zu verlassen. 1734 schließt er sich einer Commedia-dell’Arte-Truppe an, die er mit gesprochenen und gesungenen Texten versorgt. Er wird als Assistent von Domenico Lalli verpflichtet, dem Hausdichter des bedeutendsten Opernhauses von Venedig. In Venedig werden auch seine ersten größeren dramatischen Versuche durch eine Schauspielertruppe, die er in Verona kennengelernt hat, zur Aufführung gebracht und zum Teil vom Publikum mit großem Beifall aufgenommen.

Finanzielle Zwänge veranlassen ihn 1743, sich als Rechtsanwalt in der Toskana niederzulassen. Erst als es ihm 1748 gelingt, einer venezianischen Theater-Gesellschaft beizutreten, gibt er die Advokatur auf, um sich ausschließlich der Arbeit für diese Bühne zu widmen. Er schreibt nun eine große Anzahl Stücke, die großen Erfolg haben.

1761 übersiedelt er nach Paris und lebt dort bis zu seinem Tode im Jahre 1793. In dieser Zeit schreibt er mit großem Erfolg Stücke in italienischer und französischer Sprache. Eine lebenslange Pension, die ihm König Ludwig XVI. aussetzt, verliert er zwar in den Wirren der Französischen Revolution, erhält sie aber vom Nationalkonvent anschließend wieder zugesprochen.

 


Die Personen und ihre Darsteller

Ritter von Ripafratta, Gast

Klaus Götz

Marchese von Forlipopoli, Gast

Richard Reger

Conte von Albafiorita, Gast

Thomas Hampel

Mirandolina, Pensionswirtin

Franzi Holzapfel

Ortensia, Schauspielerin

Corinna Schüller

Dejanira, Schauspielerin

Michaela Stelzer

Fabrizio, Hausdiener im Gasthaus

Florian Liebl

Diener des Ritters

Timotheus Ney

 
 

Souffleuse

Theresa Reber

Bühnenbild

Hermann Müller

Ausstattung, Maske und Requisite

Ruth Reber

Bühnenbau

Richard Reger, Elisabeth Machwirth

Kostüme

Ruth Reber, Hedwig Lahmer

Kostümschneiderei

Hedwig Lahmer

Inspizient

Karl Reber

Regie und Gesamtleitung

Hermann Müller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ZurückWeiter
to Top of Page